Curling statt Sporthalle – Fit & Fun wagt sich aufs Eis
Am letzten Dienstag war für die Fit & Fun Gruppe etwas ganz Spezielles angesagt. Mit Blick auf die anstehenden Olympischen Spiele stand Curling auf dem Programm. Ausser Organisator Michel Wüthrich hatte in unserer Gruppe noch niemand das je gemacht, also reisten wir gespannt zur Eishalle in Sissach.
Die 16 Enthusiasten wurden auf zwei Bahnen verteilt, wo wir 4 gegen 4 in gemischten Teams spielten. Uns standen zwei Coaches zur Verfügung, die uns durch den ganzen Prozess begleiteten. Ob wir schon Erfahrung hätten, wurden wir gefragt. Einige meinten, dass die vielen Stunden auf dem Sofa mit Olympia-Schauen doch auch mitzählen sollten, aber da hatten wir uns ein wenig geirrt. So einfach, wie die Profis es im Fernsehen aussehen lassen, ist es nicht: Schon elegant über das Eis zu gleiten ist schwierig, geschweige denn, einen Stein richtig zu stossen!
Nachdem einige von uns das Eis mit der Nase aus etwas zu kurzer Distanz kennengelernt hatten, bekamen wir das Gleiten einigermassen in den Griff, und dann war das «Putzen» oder Wischen angesagt. Dabei streicht man mit einem Besen direkt vor dem Stein über das Eis, wodurch er schneller gleitet. Einer kommentierte, dass Frauen darin doch sicher besser sein müssten als Männer, doch der Coach stellte klar: Bei den Profis gibt es getrennte Wettbewerbe nur deshalb, weil Männer im Schnitt kräftiger putzen können. Männer, lernt etwas daraus!
Was wir nicht wussten: Man lässt den Besen eigentlich die ganze Zeit nicht los. Entweder gibt man damit strategisch die Position an, oder man hält ihn beim Stein-Stossen in der anderen Hand, um das Gleichgewicht zu behalten. Als wir die Technik mehr oder weniger beherrschten, ging es tatsächlich los mit dem 4-gegen-4.
Curling ist ein strategischer Sport, bei dem man dem Stein beim Abstossen einen Dreh mitgibt, sodass er sich am Ende um andere bereits liegende Steine herumdreht und man möglichst nahe an die Mitte kommt, zumindest in der Theorie. In der Praxis waren wir eher damit beschäftigt, möglichst elegant hinzufallen und dafür zu sorgen, dass der Stein irgendwie auf der anderen Seite ankommt.
Wird man bei diesem Sport auch richtig müde? Eigentlich nur diejenigen, die das Putzen wirklich sehr ernst nahmen, die sah man schwitzen. Die meisten aber hatten nach zwei Stunden auf dem Eis eher ein bisschen kalt, weil sie sich zwischendurch eher mit der Strategie beschäftigt hatten. Das Mehrschicht-Kleiderprinzip hat sich auf jeden Fall bewährt! Die erfahrenen Curler hingegen legen an einem Abend bis zu vier Kilometer putzend zurück. Man kann sich also gut vorstellen, dass es bei ihnen zu Hause besonders glänzt.
Am Ende stand in der Nachbargruppe ein Unentschieden von 2:2, bei uns gewann das gelbe Team knapp mit 2:1, wobei es Spannung war bis zum letzten Stein. Alle waren also etwa gleich gut (oder schlecht), und von richtigem Curling-Talent kann man wohl nicht sprechen, aber immerhin hat es richtig Spass gemacht.
Fazit des Abends: Curling ist deutlich anstrengender, rutschiger und technischer, als es im Fernsehen aussieht — aber mindestens genauso unterhaltsam. Und beim nächsten Olympia-Abend auf dem Sofa können wir nun definitiv fachkundig über Taktik, Linienwahl und Wischtechnik mitreden. Oder zumindest so tun, als ob.